27.01.2017
Positive Kunde für Kapitalgesellschaften: Der Gesetzgeber hat die Verlustverrechnung neu ausgerichtet.
Positive Kunde für Kapitalgesellschaften: Der Gesetzgeber hat die Verlustverrechnung neu ausgerichtet. Danach können Kapitalgesellschaften Verluste weiterhin nutzen, wenn der Geschäftsbetrieb nach einem Anteilseignerwechsel erhalten bleibt und eine anderweitige Verlustnutzung ausgeschlossen ist. Die Neuregelungen gelten bereits rückwirkend zum 01.01.2016.
Hintergrund
Nach § 8c Körperschaftsteuergesetz (KStG) können
Verlustvorträge grundsätzlich nicht mehr genutzt werden, wenn innerhalb von
fünf Jahren mehr als 50 % des Anteilsbesitzes auf einen Erwerber übergehen
(quotaler Untergang bei über 25 % bis 50 %).
Beachten Sie: Die Verluste fallen jedoch nicht weg, soweit die Körperschaft über stille Reserven verfügt (Stille-Reserven-Klausel) oder es sich um bestimmte Übertragungen im Konzern (Konzernklausel) handelt.
Neuregelung
Durch den neu eingefügten § 8d KStG können nun auch
Unternehmen, für die weder die Konzernklausel noch die Stille-Reserven-Klausel
in Betracht kommt, nicht genutzte Verluste trotz
eines qualifizierten schädlichen Anteilseignerwechsels unter bestimmten
Voraussetzungen auf Antrag weiterhin nutzen. Dies wird als fortführungsgebundener Verlustvortrag bezeichnet.
Eine der Voraussetzungen ist, dass die Körperschaft seit ihrer Gründung oder zumindest seit Beginn des dritten Veranlagungszeitraums (VZ), der dem VZ des schädlichen Beteiligungserwerbs vorausgeht, ausschließlich denselben Geschäftsbetrieb unterhält.
Beachten Sie: Der fortführungsgebundene Verlustvortrag kann jedoch unter gewissen Voraussetzungen entfallen, z. B. wenn der Geschäftsbetrieb eingestellt oder ruhend gestellt wird.
Erschienen in der Mandanteninformation
KONTAKT
GHJ
Hafenstrasse 3
77694 Kehl
Telefon:
+49(0)7851 8708-0
E-mail: info@g-h-j.de